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ILA Berlin 2026: Rüstungskonzern Diehl in Gesprächen über Bau ukrainischer Raketen in Deutschland

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Verhandlungen über gemeinsame Produktion der Marschflugkörper vom Typ „Flamingo“

Photo by Samuel Hagger on Unsplash

Der deutsche Raketenhersteller Diehl Defence hofft, die Produktion des ukrainischen Marschflugkörpers „Flamingo“ nach Deutschland zu holen. Hintergrund ist das Bestreben europäischer Staaten, Fähigkeiten für Angriffe auf Ziele weit hinter den feindlichen Linien aufzubauen.

Helmut Rauch, Vorstandsvorsitzender von Diehl, erklärte, sein Unternehmen plane für die kommenden Wochen Gespräche mit Fire Point. Das Unternehmen gehört zu den führenden ukrainischen Waffenherstellern und produziert den neuen Marschflugkörper FP-5, der eine Reichweite von mehr als 3.000 Kilometern aufweisen soll.

„Wir führen Gespräche darüber, wie wir zusammenarbeiten könnten“, sagte Rauch vor Journalisten auf der Luftfahrtausstellung ILA in Berlin. „Ich denke, das könnte wirklich realisiert werden. In den nächsten Wochen haben wir dazu mehrere Treffen, und dann werden wir sehen.“

Rauch fügte hinzu, es sei absolut sinnvoll, ein neues Produkt auch in Deutschland oder anderen Ländern anzusiedeln. Diehl blicke „optimistisch und positiv“ auf die geplante Kooperation.

Eine Co-Produktion der Flamingo-Marschflugkörper in Europa wäre das bislang prominenteste Beispiel dafür, wie sehr das wachsende Verteidigungs-Know-how und die Frontinterviews der Ukraine von den Nato-Mitgliedstaaten geschätzt werden.

Suche nach Alternativen zu US-Tomahawks

Die Initiative fällt in eine Zeit, in der Berlin unter Druck steht, Alternativen zu den US-amerikanischen Tomahawk-Raketen zu finden. Diese sollten eigentlich in diesem Jahr zusammen mit einem Bataillon US-Soldaten in Deutschland stationiert werden. US-Präsident Donald Trump kippte diese Entscheidung aus der Biden-Ära jedoch im Zuge von Spannungen mit Bundeskanzler Friedrich Merz über den Iran-Krieg.

Der massive Einsatz von bodengestützten Raketen durch Moskau in der Ukraine sowie die Stationierung von Langstreckenwaffen in der Ostsee-Enklave Kaliningrad haben die europäischen Staaten dazu veranlasst, eigene Kapazitäten aufzubauen. Dies wird als unerlässlich angesehen, um eine russische Aggression abzuschrecken.

Bei einem Besuch in Kiew im vergangenen Monat betonte auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, dass die „technologischen Sprünge hier in der Ukraine bemerkenswert“ seien. Man prüfe Joint Ventures für Waffen, darunter Langstreckendrohnen, Luftverteidigung und elektronische Kampfführung.

Technologische Synergien

Die angegebene Reichweite der bodengestützten Flamingo-Rakete ist etwa doppelt so hoch wie die der Tomahawk. Allerdings wurde die Waffe in der ukrainischen Langstreckenkampagne bislang nur in begrenztem Umfang eingesetzt, und einige Berichte warfen Fragen bezüglich ihrer Effizienz auf. Dennoch wurden am Mittwoch mindestens zwei dieser Marschflugkörper eingesetzt, um ein Militärwerk in der russischen Stadt Tscheboksary zu treffen, die etwa 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt.

Diehl, Hersteller des Luftverteidigungssystems Iris-T, das für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe eine zentrale Rolle spielt, hatte bereits im April eine Technologievereinbarung mit Fire Point unterzeichnet, Details dazu jedoch bisher verschwiegen.

Laut Rauch könnte Diehl Fire Point einen wesentlich fortschrittlicheren Suchkopf anbieten – das Bauteil, das ein Ziel erfasst und die Waffe dorthin lenkt. Zudem verwies er auf das hochentwickelte Systemdesign und die jahrzehntelange Erfahrung von Diehl.

Denys Shtilierman, Mitbegründer und Chefdesigner bei Fire Point, erklärte im Mai gegenüber der Financial Times, das Unternehmen produziere derzeit etwa 200 Flamingos pro Monat, habe aber Kapazitäten für mehr. „Wir brauchen nur Aufträge und Geld“, sagte er, räumte jedoch einen „Engpass beim Triebwerk“ ein, der bald behoben sein soll.

Zudem teilte Fire Point mit, man habe eine neue Boden-Luft-Rakete getestet, die als Alternative zum US-Patriot-System dienen könnte, bei dem es weltweit zu Engpässen kommt. Die Produktion dieses Abfangraketen-Typs (FP-7.x) könnte laut Shtilierman im August beginnen, sofern Fire Point einen Infrarot-Suchkopf von Diehl erhält.

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