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Anthropic sperrt Ausländer von neuesten KI Modellen aus

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US Regierung begrenzt weltweiten Zugang zu neuen Modellen wegen Sicherheitsbedenken: Globale Sperre von Fable 5 und Mythos 5 entfacht neue Debatte über KI Sicherheit und digitale Souveränität.
Das Unternehmen steht im Mittelpunkt der aktuellen Debatte über den internationalen Zugang zu leistungsfähigen KI Modellen und die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz für die nationale Sicherheit. © Anthropic / Flickr (CC BY 2.0)

Nur drei Tage nach der Markteinführung ordnete die US Regierung am 12. Juni 2026 an, den Zugriff auf zwei der fortschrittlichsten Sprachmodelle des KI Unternehmens Anthropic weltweit zu sperren. Die Anordnung betrifft nach Angaben des Unternehmens nicht nur Nutzer außerhalb der USA, sondern auch ausländische Staatsangehörige innerhalb der Vereinigten Staaten sowie Mitarbeiter des Unternehmens selbst. Damit wird der Zugriff auf die beiden Modelle global deaktiviert, während andere KI Systeme von Anthropic weiterhin verfügbar bleiben.

Eine Anordnung am Freitagabend

Anthropic hatte seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 am 9. Juni 2026 vorgestellt. Fable 5 war die erste öffentlich verfügbare Version der neuen Mythos Modellklasse des Unternehmens, die nach eigenen Angaben die bisherige Opus Reihe an Leistungsfähigkeit übertrifft. Das leistungsstärkere Mythos 5 blieb dagegen von Beginn an einer begrenzten Gruppe von Partnern im Rahmen des unternehmenseigenen Programms Glasswing vorbehalten, das auf defensive Cybersicherheit ausgerichtet ist.

Am Abend des 12. Juni 2026 erhielt Anthropic um 17 Uhr 21 Ortszeit ein Schreiben des US Handelsministeriums. Handelsminister Howard Lutnick wies das Unternehmen darin an, den Zugriff auf Fable 5 und Mythos 5 für sämtliche ausländischen Staatsangehörigen zu unterbinden, unabhängig davon, ob sie sich innerhalb oder außerhalb der USA befinden.

Die Anweisung schloss ausdrücklich auch ausländische Staatsangehörige ein, die selbst bei Anthropic beschäftigt sind. Da eine technische Trennung nach Staatsangehörigkeit der Nutzer praktisch nicht umsetzbar war, deaktivierte Anthropic beide Modelle noch am selben Abend für sämtliche Kunden weltweit. Andere Modelle des Unternehmens, darunter Claude Opus 4.8, blieben von der Anordnung unberührt.

Eine umstrittene Sicherheitslücke als Auslöser

Nach Darstellung von Anthropic begründete die Regierung ihre Entscheidung mit dem Verdacht, dass sich Schutzmechanismen von Fable 5 umgehen ließen, die den Zugriff auf bestimmte fortgeschrittene Cybersicherheitsfähigkeiten der zugrunde liegenden Mythos Architektur einschränken sollten. Ausgangspunkt war nach übereinstimmenden Berichten ein Bericht von Amazon Forschenden, denen es gelungen war, das Modell durch gezielte Aufforderungen dazu zu bringen, Softwareschwachstellen in einem bestimmten Softwarecode zu identifizieren.

Anthropic bestätigte, eine Demonstration dieser Technik geprüft zu haben. Nach eigener Einschätzung handelte es sich dabei um eine bereits bekannte, vergleichsweise einfache Methode, mit der sich nur eine kleine Zahl geringfügiger, bereits bekannter Schwachstellen aufspüren ließ, die auch mit anderen öffentlich verfügbaren Modellen auffindbar gewesen wären.

Das Unternehmen erklärte, sein mehrstufiges Schutzkonzept reduziere die von Fable 5 ausgehenden Risiken auf ein Niveau, das mit bereits industrieweit verfügbaren Modellen vergleichbar sei. Eine konkrete schädliche Anwendung der beschriebenen Methode sei ihm bislang nicht bekannt geworden. Das Unternehmen kündigte an, der Anweisung der Behörden nachzukommen, machte jedoch deutlich, dass es die zugrunde liegende Risikoeinschätzung nicht teile.

Politische Reaktionen in Europa

In Frankreich wertete der Europaabgeordnete Jordan Bardella den Vorgang als Beleg für die Bedeutung technologischer Souveränität und forderte eine stärkere Förderung eigener KI Entwicklungen, insbesondere im Umfeld des französischen Unternehmens Mistral AI. Der britische Abgeordnete und frühere Sicherheitsminister Tom Tugendhat sah in dem Vorgang ein Anzeichen dafür, dass Kontrolle über KI Software zunehmend als Frage nationaler Sicherheit behandelt werde. Beobachter werteten den Fall zudem als möglichen Präzedenzfall für eine stärkere Fragmentierung des globalen KI Marktes entlang nationaler und geopolitischer Linien.

Der Vorgang reiht sich zudem in eine bereits länger angespannte Beziehung zwischen Anthropic und Teilen der US Regierung ein. In der Vergangenheit hatte es bereits Auseinandersetzungen über den Einsatz der Unternehmenstechnologie im militärischen Bereich sowie über mögliche Zugangsbeschränkungen für US Bundesbehörden gegeben.

Konflikt zwischen Regulierung und globalem KI Betrieb

Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, war zum jetzigen Zeitpunkt offen. Das Schreiben der Behörden enthielt nach Angaben von Anthropic keine detaillierte Begründung der nationalen Sicherheitsbedenken, aus denen sich Rückschlüsse auf eine mögliche Dauer der Maßnahme ziehen ließen.

Der Fall trifft zudem auf eine Marktlage, in der quelloffene chinesische KI Modelle zuletzt spürbar an Leistungsfähigkeit gewonnen haben, was Investoren und Führungskräfte der Branche bereits vor der aktuellen Entscheidung als Wettbewerbsrisiko für amerikanische Anbieter beschrieben hatten.

Ob die Anordnung kurzfristig aufgehoben oder dauerhaft Bestand haben wird, dürfte in den kommenden Tagen sowohl die Beziehung zwischen Anthropic und der US Regierung als auch die internationale Debatte über staatliche Kontrolle führender KI Systeme maßgeblich prägen.

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