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Südeuropa im Griff neuer Waldbrände: Extreme Hitze, Dürre und Wind facht Feuer in Portugal, Spanien, Griechenland und Frankreich an

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Südeuropa steckt bereits Anfang Juli mitten in einer neuen Serie von Großbränden. Viele befürchten, dass die diesjährige Waldbrandsaison besonders lang und heftig werden könnte.

Der Südeuropäische Sommer beginnt dieses Jahr mit einer Intensität, die vor einigen Jahren erst für den Hochsommer typisch gewesen wäre. Die Feuerwehren in Portugal, Griechenland, Spanien und Frankreich kämpfen seit Tagen an etlichen Brandherden gleichzeitig.

Tausende Helfer sind im Dauereinsatz, während Ortschaften geräumt werden und dichter Qualm über den Wohngebieten hängt. Die Lage macht deutlich, dass die Brandgefahr längst nicht mehr auf einzelne Regionen beschränkt ist, sondern den gesamten Mittelmeerraum erfasst hat.

Mediane Anomaliekarte des Fire Weather Index (FWI). Die Abweichungen sind als Standardabweichung vom historischen Mittelwert der vergangenen 30 Jahre berechnet. © European Forest Fire Information System (EFFIS), Copernicus Emergency Management Service

In Portugal spitzt sich die Lage momentan am meisten zu. Im Zentrum des Landes hat sich ein Feuer in der Region Vouzela binnen kürzester Zeit auf eine Fläche von rund 12000 Hektar ausgedehnt. Mehr als tausend Feuerwehrleute versuchen zusammen mit Löschflugzeugen aus verschiedenen europäischen Staaten, die Flammen einzudämmen. Spanien und Italien schickten zur Unterstützung zusätzliche Kräfte über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus. Die trockene Vegetation, extreme Hitze und starke Winde fachen das Feuer immer wieder an und verändern die Bedingungen für die Helfer stündlich.

Griechenland erlebt ebenfalls eine Serie gefährlicher Brände. Im Norden des Landes nahe Thessaloniki mussten Wohngebiete wegen der starken Rauchentwicklung in den Vororten geräumt werden. Ein Brand im Umfeld einer Recyclinganlage sorgt wegen giftiger Rauchwolken für Warnungen an die Bevölkerung. Unter den evakuierten Einrichtungen ist ein Heim mit mehr als 150 Menschen mit Behinderungen. Über zweihundert Feuerwehrleute sowie zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber versuchen zu löschen. Die Behörden verweisen darauf, dass die meisten Brände auf menschliche Fahrlässigkeit zurückgehen. Funkenflug von Maschinen, weggeworfene Zigaretten oder Arbeiten im Freien reichen bei diesem Wetter für den Ausbruch eines Feuers.

Spanien bleibt im Fokus des Geschehens. In der Provinz Girona verbrannten mehr als 2200 Hektar Wald und Buschland. Der Feuerwehr gelang zwar eine teilweise Stabilisierung, die anhaltende Hitze und trockene Winde erschweren jedoch die vollständige Kontrolle. Bereits Ende Juni vernichteten Brände in Aragón mehrere tausend Hektar und zwangen viele Menschen zur Flucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass landwirtschaftliche Maschinen die Funken für diese Feuer geliefert haben könnten.

In Frankreich zeigt sich eine ähnlich schwierige Lage. Im Département Pyrénées Orientales brennt eine Feuerfront von rund achtzehn Kilometern Länge. Rund 750 Feuerwehrleute, hunderte Fahrzeuge und etliche Löschflugzeuge versuchen die Ausbreitung zu stoppen. Das Feuer bedroht Ortschaften und beeinträchtigt den Ablauf der Tour de France, deren Strecke kurzfristig angepasst werden muss. Zuvor hatten bereits Brände an der Mittelmeerküste Flughäfen, Industriegebiete und Wohnviertel gefährdet.

Vergleich der bislang im Jahr 2026 registrierten Waldbrände mit dem langjährigen Durchschnitt in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. In mehreren südeuropäischen Ländern liegt die Zahl der Brände deutlich über dem Mittelwert der vergangenen Jahre. © European Forest Fire Information System (EFFIS), Copernicus Emergency Management Service

Das passt zu einem Trend, der sich in ganz Europa abzeichnet. Das Gemeinsame Forschungszentrum der Europäischen Kommission beziffert die bis Anfang Juli zerstörte Fläche auf rund 118700 Hektar. Das liegt zwar unter den Werten des extremen Rekordjahres 2025, übersteigt den langfristigen Durchschnitt aber deutlich.

Das europäische Waldbrandinformationssystem registrierte seit Jahresbeginn fast eintausend größere Brände. Die Experten prognostizieren für den Zeitraum bis zum 8. Juli eine sehr hohe bis extreme Waldbrandgefahr für weite Teile Frankreichs, der Iberischen Halbinsel, Norditaliens und Teile Mitteleuropas.

Die geografische Ausdehnung des Risikos hat sich stark verändert. Die Gefahrenkarten zeigen das Risiko nicht mehr nur in den klassischen Mittelmeerländern. Regionen rund um die Alpen sowie Teile Mitteleuropas weisen ungewöhnlich hohe Werte auf. Das belegt den Wandel der klimatischen Bedingungen, wodurch die Waldbrandsaison länger sowie weitläufiger wird als vor einigen Jahrzehnten. Das Defizit an Niederschlägen, lange Hitzewellen und ausgetrocknete Böden sorgen dafür, dass kleinste Zündquellen katastrophale Folgen haben.

Für Europa bedeutet das eine wachsende Belastung der Katastrophenschutzsysteme. Weil viele Staaten zeitgleich betroffen sind, stoßen nationale Löschkapazitäten an Grenzen. Flugzeuge, Hubschrauber und Spezialkräfte müssen zwischen den Krisengebieten aufgeteilt werden.

Die Europäische Union hat die gemeinsame Brandbekämpfung in den letzten Jahren ausgebaut und stationiert vor dem Hochsommer zusätzliche Feuerwehrkräfte in Risikoregionen. Die Ereignisse der letzten Tage belegen jedoch, dass diese Maßnahmen unzureichend sein können, wenn extreme Wetterbedingungen viele Großbrände gleichzeitig auslösen.

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