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Meteorologen warnen vor einem drohenden “Super El Niño” und extremen Wetteranomalien weltweit

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Photo by Javier Miranda on Unsplash

Die US-Klimabehörde NOAA und das britische Met Office haben es offiziell bestätigt. Im tropischen Pazifik hat sich das Wetterphänomen El Niño formiert. Damit hat eine neue und potenziell historische Phase der El-Niño-Southern-Oscillation begonnen, die das globale Klimasystem im weiteren Verlauf des Jahres zweitausendsechsundzwanzig massiv destabilisieren könnte.

Die Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Äquatorialpazifik vollzieht sich derzeit in einem rasanten Tempo. Satellitendaten und Messbojen zeigen, dass die Wassertemperaturen in der kritischen Überwachungsregion bereits deutlich über dem Schwellenwert von plus null Komma fünf Grad Celsius liegen.

Internationale Klimaforscher blicken mit großer Sorge auf die jüngsten Berechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen. Die Computermodelle deuten darauf hin, dass die Temperaturanomalie bis zum Spätherbst auf bis zu drei Komma fünf Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt ansteigen könnte.

Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, würde die Menschheit vor einem der intensivsten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor einhundertvierzig Jahren stehen. Die Weltorganisation für Meteorologie spricht bereits von einer Wahrscheinlichkeit von über siebenundneunzig Prozent, dass dieser Zustand bis weit in das Jahr zweitausendsiebenundzwanzig hinein anhält.

Die durch El Niño verursachte Verschiebung der atmosphärischen Luftströmungen wird die globalen Niederschlagsmuster in den kommenden Monaten dramatisch verändern. Während einige Weltregionen von verheerenden Sturzfluten bedroht sind, drohen anderen historischen Dürreperioden. Für Indien, Indonesien und weite Teile Australiens sagen die Modelle einen deutlich abgeschwächten Sommermonsun voraus, was zu akutem Wassermangel, Ernteausfällen und einer dramatisch erhöhten Waldbrandgefahr führen kann.

An den sonst eher trockenen Küstenabschnitten von Ecuador und Peru sowie im Süden der Vereinigten Staaten wird hingegen mit sintflutartigen Regenfällen und einem erhöhten Risiko für Schlammlawinen gerechnet. Zur gleichen Zeit steht das Horn von Afrika vor einer extremen Trockenheit, während die Modelle für das südliche Afrika auf eine ungewöhnlich feuchte Periode hindeuten.

Obwohl El Niño ein natürliches Phänomen ist, betonen Wissenschaftler, dass die menschengemachte Erderwärmung als massiver Katalysator wirkt. Die ohnehin aufgeheizten Ozeane und die wärmere Atmosphäre speichern mehr Energie und Feuchtigkeit, was die Intensität der Extremwetterereignisse drastisch verstärkt.

Experten von Carbon Brief schätzen, dass das Jahr zweitausendsechsundzwanzig durch den zusätzlichen Wärmeimpuls aus dem Pazifik mit hoher Wahrscheinlichkeit das zweitwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn wird. Es besteht zudem die Sorge, dass die globalen Durchschnittstemperaturen zeitweise die kritische Marke von eins Komma fünf Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau überschreiten.

Die Führung der Vereinten Nationen reagierte besorgt auf die Daten und forderte die Staatengemeinschaft auf, die Frühwarnsysteme sofort hochzufahren. Die Auswirkungen von El Niño reichten weit über den Pazifik hinaus und bedrohten die weltweite Landwirtschaft, die Energieversorgung und die globalen Lieferketten massiv.

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