Am ersten Spieltag gewinnt Mitausrichter Mexiko im Aztekenstadion gegen Südafrika, eine aufwendige Eröffnungsfeier mit Shakira und Burna Boy geht voraus, und das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann bereitet sich mit einem erfahrenen Kader auf seine drei Vorrundenspiele in den USA und Kanada vor.

Die Fußball Weltmeisterschaft 2026 hat begonnen. Am ersten Spieltag setzte Gastgeber Mexiko im Estadio Azteca ein deutliches Zeichen. Dem Anpfiff ging eine rund 30 Minuten lange Eröffnungsfeier voraus. Austragungsort war das Estadio Azteca im Süden von Mexiko Stadt, das für das Turnier auf eine Kapazität von etwa 87500 Plätzen erweitert wurde. Das Stadion liegt auf über 2200 Metern Höhe. Es war bereits 1970 und 1986 Schauplatz von Weltmeisterschaften. Mexiko ist damit das erste Land, das eine Fußball Weltmeisterschaft zum 3. Mal ausrichtet.
Die Zeremonie war an aztekische Motive angelehnt. Im Mittelpunkt des Rasens stand zunächst ein goldener Ball, der sich im Verlauf der Show zu einem überdimensionalen Pokal auftürmte. Tänzerinnen und Tänzer in Federschmuck begleiteten den Auftakt, mehr als 300 Mitwirkende waren beteiligt. Die mexikanische Sängerin Lila Downs eröffnete das Programm mit dem Motto, Fußball verbinde alle Menschen.
Es folgten Auftritte von Shakira, Burna Boy, J Balvin, Maná, Tyla, Danny Ocean, Belinda und Los Ángeles Azules. Höhepunkt war die erste Live Aufführung des offiziellen WM Songs Dai Dai von Shakira und Burna Boy, begleitet von Feuerwerk in den mexikanischen Nationalfarben Grün, Weiß und Rot.
Rund um das Stadion war die Stimmung in den Tagen zuvor durch Streiks, Straßenblockaden und einen großen Polizeieinsatz in der über 20 Millionen Einwohner zählenden Metropole gedämpfter gewesen als erwartet. Berichtet wurde zudem von einem medizinischen Notfall vor einem Zugang zum Stadion sowie von kurzzeitigen Ausschreitungen vor einem der Eingänge. Der Anpfiff des Auftaktspiels verzögerte sich dadurch leicht und erfolgte um 21.06 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.
Im Eröffnungsspiel der Gruppe A gewann der Mitausrichter mit 2 zu 0 gegen Südafrika. Mehr als 80000 Zuschauer verfolgten die Partie im Stadion. Julián Quiñones brachte die Gastgeber bereits in der 9. Minute in Führung. Routinier Raúl Jiménez erhöhte in der 66. Minute per Kopf auf 2 zu 0. Das Spiel verlief intensiv und war von 3 Roten Karten geprägt. Südafrika verlor 2 Spieler durch Platzverweise. Auf mexikanischer Seite musste César Montes in der Nachspielzeit vom Feld. Mit dem Sieg übernimmt Mexiko vorerst mit 3 Punkten die Führung in der Gruppe A.
Der Kader von Bundestrainer Nagelsmann
Für die deutsche Nationalmannschaft ist der Rahmen der Vorbereitung längst gesetzt. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte seinen 26 Spieler umfassenden WM Kader bereits am 21. Mai am DFB Campus in Frankfurt am Main bekanntgegeben. Angeführt wird das Aufgebot von Kapitän Joshua Kimmich vom FC Bayern München, der in Nordamerika seine 3. Weltmeisterschaft bestreitet und zum Zeitpunkt der Nominierung auf 108 Länderspiele kam.
Für Aufsehen sorgte die Rückkehr von Manuel Neuer. Der Rekordtorwart der Nationalmannschaft war 2 Jahre zuvor zurückgetreten und kommt nun mit 124 Länderspielen als erfahrenster Feldspieler neben Kimmich zum Einsatz. Auch die Offensivkräfte Florian Wirtz und Jamal Musiala gehören zum Kader. Bei Musiala hatte es im Vorfeld leise Zweifel gegeben, weil er wegen einer bei der Klub Weltmeisterschaft erlittenen Verletzung lange gefehlt hatte. Nagelsmann hielt an ihm fest und begründete dies mit dessen außergewöhnlicher Klasse, selbst wenn er nicht bei voller Fitness antrete.
Die Abwehr führen die Innenverteidiger Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck an, während Kimmich wegen fehlender Alternativen auf der rechten Abwehrseite eingeplant ist. Im Sturmzentrum setzt Nagelsmann auf Nick Woltemade, ergänzt um Deniz Undav und Maximilian Beier. Kurz vor dem Turnier musste der Kader noch einmal angepasst werden. Nachwuchsspieler Lennart Karl fiel verletzt aus, für ihn wurde am 5. Juni Assan Ouédraogo nachnominiert.
Mit Blick auf den Turnierstart hatte Nagelsmann von einer spürbar großen Vorfreude im Team gesprochen und betont, die Mannschaft wolle gemeinsam mit den Fans eine überzeugende Weltmeisterschaft spielen. Nach enttäuschenden Auftritten bei den vorangegangenen 2 Weltmeisterschaften soll der Neuanfang in Nordamerika nun zur sportlichen Wiedergutmachung führen.
Der Turnierplan nimmt Fahrt auf
Am heutigen Freitag geht das Turnier weiter. Die beiden anderen Co Gastgeber greifen erstmals ins Geschehen ein. Kanada trifft im Toronto Stadium auf Bosnien und Herzegowina. Parallel wird der Spieltag der Gruppe A komplettiert, wenn Südkorea und Tschechien aufeinandertreffen. In der Nacht folgt der erste Auftritt der US amerikanischen Mannschaft. Sie ist im SoFi Stadium in Los Angeles gegen Paraguay gefordert.
In den kommenden Tagen greifen auch die großen europäischen und südamerikanischen Mannschaften ins Turnier ein. Die Gruppenphase erstreckt sich über 2 Wochen. Das neue Format mit 48 Mannschaften sorgt für einen dichten Spielplan mit bis zu 4 Begegnungen pro Tag. Erst Anfang Juli endet die Vorrunde. Danach folgt ohne Pause die neu eingeführte Zwischenrunde der letzten 32 Teams im KO System.
Die Mission der deutschen Nationalmannschaft in Gruppe E
Nach dem Auftakt richtet sich das Interesse der Sportöffentlichkeit in Deutschland auf die Termine der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Die Mannschaft um Kapitän Joshua Kimmich bestreitet ihre 3 Vorrundenspiele der Gruppe E in 3 verschiedenen Großstädten in den USA und Kanada. Alle Anstoßzeiten wurden gezielt für das europäische Fernsehpublikum angesetzt.
Das erste Gruppenspiel findet am Sonntag, den 14. Juni 2026, statt. Im Houston Stadium im US Bundesstaat Texas trifft das deutsche Team auf Außenseiter Curaçao. Curaçao hat sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für eine Weltmeisterschaftsendrunde qualifiziert. Die Begegnung wird um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit angepfiffen und liegt damit am frühen Sonntagabend im deutschen Programm.
Für die folgenden Partien muss das Team logistisch anspruchsvolle Reisen quer durch den Kontinent bewältigen. Die gewohnten späten Abendtermine im deutschen Fernsehen bleiben dabei erhalten. Am Samstag, den 20. Juni 2026, reist die Nationalmannschaft nach Kanada, um im Toronto Stadium gegen die Elfenbeinküste anzutreten. Das Duell gegen den amtierenden Afrikameister gilt als sportliches Schlüsselspiel um den Gruppensieg. Der Anstoß erfolgt um 22 Uhr deutscher Zeit.
Das letzte und potenziell entscheidende Gruppenspiel der Vorrunde bestreitet Deutschland am Donnerstag, den 25. Juni 2026, gegen Ecuador. Austragungsort ist das Stadion in East Rutherford im Großraum New York und New Jersey. Auch diese Partie gegen den südamerikanischen Vertreter wird um 22 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit live im deutschen Free TV übertragen. Die öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF teilen sich die Berichterstattung mit dem Pay TV Anbieter MagentaTV.