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KI auf dem Schwarzmarkt: Wie Drogenbanden künstliche Intelligenz nutzen

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Die EU-Drogenagentur warnt vor einer technologischen Aufrüstung bei der Entwicklung neuer Designerdrogen

Photo by Colin Davis on Unsplash

Kriminelle Netzwerke in Europa nutzen zunehmend modernste Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), um die Produktion illegaler Substanzen zu beschleunigen und Entdeckungsrisiken zu minimieren. Vor dieser rasanten Entwicklung warnt Lorraine Nolan, Exekutivdirektorin der EU-Drogenagentur (EUDA), im Vorfeld der Veröffentlichung des aktuellen Europäischen Drogenberichts.

Der illegale Drogenmarkt in Europa verändert sich laut Nolan in einem beispiellosen Tempo. Schmuggler und Produzenten greifen verstärkt auf digitale Innovationen zurück. Dazu gehören nicht nur Drohnentechnologie für den Transport und verschlüsselte Online-Marktplätze für den Chemikalienhandel, sondern zunehmend auch Algorithmen des maschinellen Lernens.

KI revolutioniert das Design illegaler Substanzen

Besonders besorgt zeigt sich die Behördenleiterin über den Einsatz von KI bei der chemischen Synthese. Was in der legalen Pharmaindustrie die Erforschung lebensrettender Medikamente beschleunigt, wird von internationalen Syndikaten gespiegelt, um neue, hochpotente Designerdrogen zu entwickeln.

„Technologie ist mittlerweile einer der Haupttreiber für die schnelle Evolution des europäischen Drogenmarktes“, erklärte Nolan. „Wenn man sieht, wie der Technologieschub in der Medizin die Entdeckung neuer Wirkstoffe beschleunigt, lässt sich genau dasselbe Prinzip auf der illegalen Seite beobachten.“

Mithilfe von KI lassen sich molekulare Strukturen vorhersagen, wodurch Kriminelle gezielt neue sogenannte Precursoren (Vorläuferstoffe) entwickeln können. Diese Stoffe erfüllen denselben Zweck wie herkömmliche Streck- oder Basisdaten, weichen jedoch strukturell leicht ab. Dadurch können sie bestehende gesetzliche Verbotslisten der Zoll- und Strafverfolgungsbehörden geschickt umgehen.

Europa als Knotenpunkt für synthetische Drogen

Das Angebot auf den Straßen Europas wird nach Angaben der EU-Agentur „immer unvorhersehbarer“. Jede Woche wird im Schnitt eine neue psychoaktive Substanz – darunter extrem starke synthetische Opioide – zum ersten Mal auf dem Kontinent nachgewiesen. Europa entwickelt sich dabei laut dem Bericht von einer reinen Importregion immer mehr zu einem globalen Produktionszentrum für synthetische Drogen.

Gleichzeitig verzeichnen die Behörden in den Mitgliedstaaten Rekordfunde bei klassischen Drogen wie Kokain, Methamphetamin, MDMA und Cannabis. Sorge bereitet den Experten zudem das Aufkommen von E-Zigaretten (Vapes), die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt sind. Es wird befürchtet, dass diese Konsumform als Vehikel für noch gefährlichere Substanzen dienen könnte.

Auch die Methoden zur chemischen Tarnung werden komplexer: Ermittler hoben zuletzt Labore aus, in denen Kokain aufwendig aus Kunststoffen oder anderen Trägermaterialien extrahiert wurde, in denen es für den Schmuggel unsichtbar gebunden war.

Gegenmaßnahmen und technologischer Eigennutz

Die Europäische Kommission hat bereits reagiert und im vergangenen Jahr Pläne vorgelegt, um die Regulierung von Drogenausgangsstoffen drastisch zu verschärfen und mit dem Tempo des Schwarzmarktes Schritt zu halten. Auch der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) der UNO erweiterte seine Überwachungslisten für synthetische Stoffe ohne legitimen medizinischen Nutzen.

Die EU-Drogenagentur versucht nun ihrerseits, technologisch aufzurüsten. KI soll künftig auch bei der Früherkennung von Gesundheitsrisiken und zur verbesserten Analyse von Daten aus Laboren und Strafverfolgungsbehörden eingesetzt werden. Man arbeite eng mit Technologieunternehmen zusammen, um Frühwarnsysteme zu optimieren und Risiken schneller an medizinische Dienste und die Polizei zu kommunizieren.

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