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Papst segnet den höchsten Kirchturm der Welt in Barcelona

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Die Krone der Sagrada Família ist vollendet: Leo XIV. weiht den monumentalen Christusturm vor 120.000 Menschen feierlich ein

Papst Leo XIV. gibt dem weltweit höchsten Turm eines sakralen Bauwerks seinen Segen. Foto: Vatican Media

BARCELONA – Begleitet von lautem Jubel, spektakulären Lichtinstallationen und einem großen Feuerwerk hat Papst Leo XIV. am späten Mittwochabend den neu fertiggestellten Christusturm der weltberühmten Basilika Sagrada Família in Barcelona gesegnet. Mit einer Höhe von 172,5 Metern ist das monumentale Bauwerk mit diesem historischen Meilenstein der Fertigstellung offiziell zur höchsten Kirche der Welt aufgestiegen.

Die feierliche Einweihungszeremonie fand im Rahmen des einwöchigen Spanien-Besuchs des Pontifex statt und fiel präzise mit dem 100. Todestag des legendären Architekten Antoni Gaudí zusammen, der am 10. Juni 1926 verstorben war. Vor der feierlichen Abendmesse begab sich der Papst in die Krypta der Basilika, um am Grab Gaudís eine Kerze zu entzünden und des Künstlers zu gedenken, dessen Seligsprechungsprozess in der katholischen Kirche derzeit läuft.

An dem feierlichen Gottesdienst nahmen neben dem spanischen Königspaar Felipe VI. und Letizia auch Ministerpräsident Pedro Sánchez sowie rund 250 Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt teil. Da die Plätze im Inneren der Kirche stark begrenzt waren, versammelten sich schätzungsweise 120.000 gläubige und schaulustige Menschen in den umliegenden Straßen. Sie hielten synchron pulsierende Papierlaternen in den Händen, während das Oberhaupt der Weltkirche den Turm von außen mit Weihwasser segnete.

In seiner vielbeachteten Predigt, die er teilweise auf Katalanisch und Spanisch hielt, würdigte Papst Leo XIV. die Basilika als ein architektonisches Meisterwerk aus „Steinen, Farben und Licht“. Gleichzeitig schlug er jedoch auch ernste, gesellschaftspolitische Töne an und verknüpfte die christliche Botschaft mit aktuellen globalen Krisen:

„Wir können nicht an Jesus glauben und gleichzeitig den Krieg fördern. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten oder diejenigen im Stich lassen, die vor dem Elend fliehen“, betonte der Papst unter dem Applaus der Anwesenden.

Zuvor hatte der Tag für den Papst im Zeichen des sozialen Engagements und der Tradition gestanden. Am Vormittag besuchte er die Strafanstalt Brians 1, um den dortigen Insassen Mut zuzusprechen, und reiste anschließend zum historischen Bergkloster Montserrat, wo er gemeinsam mit den Benediktinermönchen um Frieden betete.

Die mehrtägige Reise, die das Kirchenoberhaupt auch in die Hauptstadt Madrid führte – wo rund 1,2 Millionen Gläubige an einer Freiluftmesse auf der Plaza de Cibeles teilnahmen –, stieß insbesondere bei der jüngeren Generation auf unerwartet große Resonanz. Für Aufsehen sorgte der Pontifex zudem, als er während einer Fahrt im Papamobil die bei Jugendlichen beliebte „6-7“-Handgeste nachahmte, was in den sozialen Medien umgehend viral ging.

Nach den ereignisreichen Tagen in Madrid und Barcelona reist Papst Leo XIV. am heutigen Freitag weiter auf die Kanarischen Inseln (Gran Canaria und Teneriffa). Dort wird er die europäischen Brennpunkte der Migration besuchen und sich mit Geflüchteten und Helfern treffen, um auf die humanitäre Situation aufmerksam zu machen.

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