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Neue Gespräche zwischen USA und Iran: Einigung über die Straße von Hormus bleibt offen

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Washington spricht von Fortschritten bei den Verhandlungen. Teheran bestätigt weiterhin nur indirekte Kontakte, während die Sicherheitslage in der Meerenge angespannt bleibt.
Ein Kampfflugzeug startet vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln während einer Flugoperation im Einsatzgebiet des U.S. Central Command. Der Flugzeugträger gehört zu den zentralen Plattformen der amerikanischen Marinepräsenz im Nahen Osten.
© US Central Command / Amanda Dunford

Die diplomatischen Bemühungen um die Straße von Hormus gehen weiter, obwohl US-Präsident Donald Trump Iran erst am Montag erneut gedroht hatte. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte am Dienstag in Doha, sämtliche Akteure in der Region würden derzeit zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Die Vermittlungsgespräche seien bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich ähnlich und sprach von Fortschritten bei den laufenden Verhandlungen, betonte aber, dass eine abschließende Einigung noch fehle. Man rechne allerdings damit, dass diese in Kürze zustande komme.

Finanzminister Scott Bessent zeigte sich im Interview mit dem Sender CNBC noch optimistischer. Er berichtete von direkten Kontakten zur iranischen Seite und schätzte die Wahrscheinlichkeit für eine Einigung innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage als hoch ein. Zur Frage möglicher Durchfahrtsgebühren äußerte er sich zurückhaltend und ging offenbar von einer gebührenfreien Passage aus.

Der katarische Regierungssprecher wiederholte, eine endgültige Vereinbarung liege noch nicht vor, rechnete aber ebenfalls mit einer Lösung innerhalb weniger Tage. Aus iranischen Regierungskreisen hieß es dagegen, es fänden ausschließlich indirekte Gespräche über Vermittler statt, keine unmittelbaren Kontakte zwischen Teheran und Washington.

Trump hatte seine jüngste Drohung am Montag im Weißen Haus formuliert und Iran dabei eine letzte Frist eingeräumt, bevor eine massive militärische Reaktion folgen solle. Priorität habe zunächst die Öffnung der Meerenge, danach solle über das iranische Atomprogramm verhandelt werden. Bereits am Samstag hatte er über seinen Onlinedienst mitgeteilt, sämtliche Angriffe auf Iran vorerst auszusetzen, weil man sich grundsätzlich auf die Eckpunkte einer Vereinbarung verständigt habe.

Diese müsse eine vollständige und uneingeschränkte Wiederöffnung der Straße von Hormus umfassen. Am Sonntag kündigte er zusätzliche Gespräche für den Montagnachmittag an, blieb dabei aber Angaben zu Ort, Teilnehmern und Umfang schuldig. Iranische Stellen widersprachen unterdessen der Darstellung direkter Verhandlungen mit Washington.

Fortschritte bei den Gesprächen, aber keine Einigung

Von iranischer Seite war zuvor ein alternatives Streckenmodell vorgeschlagen worden. Demnach sollten Frachtschiffe gemeinsam mit dem Nachbarland Oman über eine nördliche Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Meerenge einfahren dürfen. Für die Rückfahrt, nach dem Anlaufen von Häfen in Iran oder anderen Golfstaaten, wäre eine südliche Route durch omanische Gewässer vorgesehen. Iranischen Angaben zufolge stehen die Gespräche mit Oman über dieses Modell kurz vor dem Abschluss.

Im Pentagon soll es laut einem Bericht der New York Times allerdings erhebliche Bedenken gegen diesen Vorschlag geben. Ein zentrales Problem seien die zahlreichen iranischen Seeminen, die weiterhin in omanischen Gewässern liegen sollen, wodurch jede Durchfahrt praktisch eine Abstimmung mit Teheran voraussetzen würde. Zudem würde das Modell Iran de facto die Kontrolle darüber geben, welche Schiffe in den Persischen Golf einfahren dürfen, verbunden mit der Möglichkeit, dafür Gebühren zu erheben.

Neben den aktuellen Gesprächen gibt es offenbar auch Versuche, ein älteres Abkommen wiederzubeleben. Im Juni hatten die USA und Iran, vermittelt durch Pakistan und Katar, bereits einen Rahmenvertrag unterzeichnet, der innerhalb von 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen sollte. Bis dahin sollte eine sichere und kostenfreie Durchfahrt durch die Meerenge gelten.

Dieses Abkommen liegt derzeit auf Eis. Ein iranischer Abgeordneter erklärte am Sonntag in einem Fernsehinterview, insbesondere die Vermittler würden gerade versuchen, das ursprüngliche 14 Punkte Abkommen aus Islamabad neu zu beleben.

Schiffsverkehr bleibt trotz Diplomatie stark eingeschränkt

Die militärische Lage bleibt trotz aller diplomatischen Signale angespannt. In der Nacht auf Dienstag wurde erneut ein Frachtschiff in der Straße von Hormus beschossen, etwa 37 Kilometer nordöstlich der omanischen Ortschaft Al Chasab. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO bestätigte den Vorfall, machte zunächst aber keine Angaben zu Schäden oder möglichen Verletzten.

Wie stark der internationale Schiffsverkehr weiterhin eingeschränkt ist, zeigen aktuelle Zahlen des Datendienstleisters Kpler, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Am Montag passierten demnach nur neun Schiffe die Meerenge, in der vorangegangenen Woche waren es im Tagesdurchschnitt rund 16. Vor Kriegsbeginn lag dieser Wert bei etwa 140 Schiffen täglich, über die Route liefen normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels.

Der Ursprung des Konflikts liegt in den Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Ziele Ende Februar. Iran reagierte mit einer weitgehenden Blockade der Meerenge, drohte Handelsschiffen, griff Tanker an und verminte Teile des Gebiets. Zwei frühere diplomatische Vorstöße scheiterten bereits. Anfang April kam eine zweiwöchige Waffenruhe zustande, verbunden mit der Zusage Teherans, den Schiffsverkehr wieder freizugeben.

Wenig später verhängten die USA jedoch eine Seeblockade gegen iranische Häfen, nachdem sich beide Seiten nicht auf eine gemeinsame Route hatten einigen können. Iran forderte eine Durchfahrt durch eigene Hoheitsgewässer, Washington ließ Schiffe stattdessen unter militärischem Geleitschutz entlang der omanischen Küste fahren. Iranische Kräfte griffen daraufhin diese Schiffe an, die USA antworteten mit neuen Luftschlägen. Ähnliche Rückschläge folgten später auch auf das Juni-Abkommen.

Der Krieg um Iran hatte im März zudem eine neue Eskalation zwischen Israel und der mit Teheran verbündeten Hisbollah im Libanon ausgelöst. Nach libanesischen Behördenangaben kamen dabei mehr als 4.000 Menschen ums Leben. Seit April führen beide Regierungen erstmals seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche, die am Dienstag in Rom fortgesetzt wurden.

Im Zentrum steht dabei Berichten aus libanesischen Regierungskreisen zufolge unter anderem ein unterirdisches Tunnelnetz der Hisbollah, außerdem die Umsetzung des bestehenden Sicherheitsabkommens. Dieses sieht sowohl den Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah vor, beide Punkte sind bislang nicht erfüllt.

Ob sich die aktuellen Signale aus Washington, Doha und Teheran diesmal als belastbarer erweisen als frühere Ankündigungen, lässt sich derzeit kaum abschätzen. Sowohl im April als auch im Juni waren bereits Durchbrüche verkündet worden, bevor die jeweiligen Vereinbarungen kurz danach wieder zusammenbrachen. Ein verlässliches Zeichen dürfte sich frühestens dann zeigen, wenn der Schiffsverkehr durch die Meerenge über einen längeren Zeitraum stabil bleibt, ohne dass neue Vorfälle wie jener vom frühen Dienstagmorgen die Lage erneut verschärfen.

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