Verfassungsschutz meldet deutlichen Anstieg linksextremer Gewalt, während Ermittler Anschlag auf Berliner Stromnetz und politische Radikalisierungsdynamiken prüfen.

© Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)
Als gravierendster Fall gilt ein Sabotageakt in Berlin. Anfang Januar 2026 zündeten Unbekannte eine Stromtrasse im Südwesten der Hauptstadt an. Der resultierende Blackout legte die Versorgung von zehntausenden Haushalten und mehreren hundert Betrieben lahm, wovon auch sensible Einrichtungen betroffen waren.
Die Ermittler ordnen den Anschlag der linksextremen “Vulkangruppe” zu. In hinterlassenen Schreiben verwies die Gruppierung auf energiepolitische Motive und gesellschaftliche Konflikte. Wegen der Dimension des Vorfalls zog die Bundesanwaltschaft das Verfahren an sich. Sie prüft nun den Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Sicherheitskreise und Politiker schlagen wegen dieser Taktik Alarm, da sich die Aktionen gezielt gegen die kritische Infrastruktur richten. Im Fokus stehen Energieversorger, Kommunikationsleitungen und Industrieanlagen. Um einen solchen Schaden anzurichten, brauchen die Täter keine militärischen Kommandostrukturen oder schwere Waffen. Die Folgen für die Versorgungssicherheit und das öffentliche Leben erweisen sich dennoch als schwerwiegend, wie der Vorfall in Berlin demonstriert.
Der Inlandsgeheimdienst betrachtet diese Entwicklung nicht isoliert, sondern sieht eine Verknüpfung mit den aktuellen Spannungen rund um den Nahostkrieg. Radikale Netzwerke nutzen das Umfeld von pro-palästinensischen Demonstrationen, um dort Fuß zu fassen und Kontakte zu knüpfen. Deutsche und ausländische Medien berichten übereinstimmend, dass Extremisten versuchen, diese Proteste für die eigenen Zwecke zu kapern. Es entstehen Mischstrukturen zwischen offenem politischem Aktivismus auf der Straße und geheimen Kleingruppen, die im Hintergrund agieren. Diese Vermischung erschwert es der Polizei und der Justiz, konkrete Täter zu identifizieren und gerichtlich zu belangen.
Die Struktur der linksextremen Szene präsentiert sich den Behörden als extrem vielschichtig. Neben klassischen Autonomen und anarchistischen Zirkeln agieren lose Zusammenschlüsse, die sich über verschlüsselte digitale Messenger-Dienste koordinieren. Aus diesen Kreisen gab es zuletzt mehrere Bekenntnisse zu Anschlägen auf Transportwege und Energieanlagen. In öffentlichen Debatten fallen oft Vergleiche zur Roten Armee Fraktion (RAF), die Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren mit Morden, Geiselnahmen und Bomben terrorisierte. Der Verfassungsschutz betont jedoch strukturelle Unterschiede: Heutige Gruppen arbeiten ohne feste Führungsebene, sie sind dezentralisiert und stark fragmentiert.
Der Blick auf die Gesamtstatistik zeigt, dass die Gewalt von rechtsaußen in absoluten Zahlen weiterhin auf einem höheren Niveau verharrt. Auch von dieser Seite droht laut Verfassungsschutz eine anhaltende Gefahr. Der Bundesinnenminister warnte bei der Vorstellung des Berichts vor einem fatalen Effekt: Beide extremistischen Lager könnten sich durch ihre Taten gegenseitig anstacheln und eine gemeinsame Eskalationsdynamik in Gang setzen.
Die Ermittlungen zum Berliner Stromausfall laufen weiter, gestalten sich jedoch zäh. Der Polizei fehlt eine klare Struktur der “Vulkangruppe”, da die Beteiligten ihre digitalen Kommunikationskanäle ständig wechseln und keine festen Hierarchien nutzen. Die Auswertung der Bekennerschreiben liefert kein eindeutiges Bild. Im Internet distanzierten sich angebliche Gruppenmitglieder von den veröffentlichten Texten, was die Prüfung der Echtheit erschwert.
Während die Sicherheitsbehörden den Schutz von Netzen und Kraftwerken fordern, mahnen politische Akteure vor einer generellen Radikalisierung der gesellschaftlichen Ränder. Wie sich die Lage entwickelt, hängt stark von internationalen Konflikten und der innenpolitischen Polarisierung ab. Für die kommenden Monate prognostizieren die Behörden eine hohe Dynamik. Die Fahnder konzentrieren sich auf die digitalen Kanäle der Extremisten sowie auf die Verbindungen zwischen lokalen Tätern und globalen Krisenherden.