Neue Perspektiven für eine Welt im Wandel


Spielbergs “Disclosure Day” feiert Empathie für Außerirdische in 50-jähriger Sci-Fi-Vision

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Trilogie-Finale verbindet religiöse Themen, interstellare Kommunikation und John Williams’ 30. Spielberg-Filmmusik
Die Wetteransagerin Margaret (Emily Blunt) und der geniale Mathematiker Daniel (Josh O’Connor) werden von einer Geheimorganisation lebensgefährlich verfolgt, während sie versuchen, die von der Regierung verschwiegene Wahrheit über außerirdische Wesen zu enthüllen. Daniel beruhigt Margaret, die auf der Flucht plötzlich in Panik gerät. Wie in Spielbergs früherem Werk „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erscheint Musik – in Form von Klaviertasten – als ein Medium, das den Geist beruhigt. / Foto: Universal Pictures

Hollywoods Science-Fiction-Filme, insbesondere Alien-Filme, lassen sich in eine Ära vor und nach dem Regisseur Steven Spielberg (heute 80 Jahre alt) unterteilen. Vor Spielberg waren Außerirdische ausschließlich Objekte der Angst und Vorsicht – sie bedrohten und zerstörten. Spielberg veränderte dieses Konzept grundlegend. Für ihn, der an der Hand seines science-fiction-begeisterten Vaters den nächtlichen Himmel betrachtete und sich nach dem großen Unbekannten sehnte, waren Aliens Wesen, die die menschliche Evolution vorantreiben würden.

Diese Perspektive zeigte sich deutlich in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977). Seine Überzeugung hat sich über 50 Jahre hinweg gefestigt. Nun fügt er das Argument hinzu, dass die Regierung die Öffentlichkeit informieren muss, wenn die Existenz von Außerirdischen der Wahrheit entspricht. Der neue Sci-Fi-Action-Blockbuster, der diesen Glauben verkörpert, ist „Disclosure Day“, der am 10. des Monats veröffentlicht wurde.

„Disclosure Day“ wird von zwei Protagonisten auf der Flucht angetrieben. Daniel (Josh O’Connor), ein genialer Mathematiker von WORDEX – einer Geheimorganisation, die Regierungsgeheimnisse verwaltet –, flieht mit Daten aus 79 Jahren, die Bildmaterial von Alien-Besuchen auf der Erde enthalten.

Margaret (Emily Blunt) erlangt die Fähigkeit, Russisch, Koreanisch und eine außerirdische Sprache zu sprechen, nachdem sie Blickkontakt mit einem Rotschulterstärling hatte, der durch ihr Fenster flog. Als die beiden auf unerklärliche Weise miteinander verbundenen Personen vortreten, um die Wahrheit für die Menschheit zu enthüllen, entsendet Scallan (Colin Firth), der Chef von WORDEX, der an eine Geheimhaltung zum Wohle der Menschheit glaubt, Spezialeinheiten, um sie gefangen zu nehmen.

Spielberg hat Aliens nicht ausschließlich in einem freundlichen Licht dargestellt. Es gibt Werke wie „Krieg der Welten“ (2005) mit Tom Cruise und Dakota Fanning, in denen sie als Objekte der Angst inszeniert werden.

In einem jüngsten Interview sagte er dazu: „Ich habe diese Seite ausprobiert, weil man damit mehr Geld verdienen konnte und ich Spezialeffekte einsetzen durfte. Aber mein Herz und meine Seele sind nicht auf dieser Seite.“ Seine „Seele und sein Herz“ flossen stattdessen in eine Trilogie, die sich über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, „E.T. – Der Außerirdische“ (1982) und nun „Disclosure Day“ erstreckt.

„Disclosure Day“ taucht zudem in die Sphäre der Religion ein. Dies wird durch Jane (Eve Hewson) deutlich, Daniels Freundin und ehemalige Novizin, die sich auf einer Reise befindet, um Gottes Willen zu ergründen. Sie, die sich anfangs gegen die Veröffentlichung der Beweise aussprach, weil sie fürchtete, Aliens könnten als absolute Wesen verehrt werden, erlangt durch die Worte der Oberin Erleuchtung: „Gott hätte dieses riesige Universum nicht ausschließlich für uns erschaffen.“

An diesem Punkt würde auch der Wissenschaftler Carl Sagan zustimmen, der einst sagte: „In diesem riesigen Universum muss es mehr als nur Erdenbürger geben.“

Steven Spielberg blickt am Set des Films „Disclosure Day“ in eine Kamera. / Foto: Universal Pictures

Das handwerkliche Geschick des Regisseurs, das die überaus klare Botschaft über 2 Stunden und 25 Minuten hinweg mit Spannung und Interesse vorantreibt, beweist eindrucksvoll, dass der in diesem Jahr 80-jährige Spielberg ein Meister des Blockbusters bleibt. Eine Verfolgungsjagd im Auto, das hilflos zwischen zwei herannahende Züge gesaugt wird, rast unerbittlich voran und versetzt das Publikum direkt vor eine schwindelerregende Kamera.

John Williams, der in diesem Jahr 94 Jahre alt wird, hat die Musik für seinen 30. Spielberg-Film komponiert. Dies ist eine beispiellose Zusammenarbeit zwischen einem Achtzigjährigen und einem Neunzigjährigen in der Filmgeschichte. Hauptdarstellerin Emily Blunt liefert eine ihrer bisher besten Leistungen ab; sie verbindet den subtilen Übergang von Verwirrung und Angst hin zu Überzeugung und Entschlossenheit nahtlos.

Die letzten 20 Minuten, die erklären, warum der Film den Titel „Disclosure Day“ trägt, sind Spielbergs eindringlicher Appell an die Menschheit. Er plädiert dafür, dass Empathie die wahre Stärke der Menschheit und die Fähigkeit zur Kommunikation mit unbekannten Wesen ist. Zustimmen oder ablehnen? Die Antwort des Meisters liegt im letzten Satz des Films.

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