Am dritten Tag in Folge rückt der Ölknotenpunkt Kharg Insel angesichts eskalierenden wirtschaftlichen Drucks ins Visier
Die geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Teheran steuern auf einen neuen Höhepunkt zu. US Präsident Donald Trump kündigte am 11. des Monats via “Truth Social” ein massives militärisches Vorgehen gegen den Iran an und stellte dabei explizit die Übernahme strategischer Energieinfrastrukturen im Land in Aussicht.
Trump kündigte an, in naher Zukunft die Insel Kharg sowie weitere Ölanlagen zu besetzen. Die Insel Kharg ist der zentrale Knotenpunkt für die iranischen Rohölexporte. Dort wolle man die Kontrolle über die Öl- und Gasmärkte übernehmen. In diesem Zusammenhang zog Trump Parallelen zum früheren US-Vorgehen in Venezuela. Nach dem Abschuss eines US Apache-Hubschraubers ist dies bereits der dritte Tag in Folge, an dem der Präsident direkte Angriffsbefehle erteilte.

Laut Trump seien die defensiven Kapazitäten des Irans zu Wasser, zu Lande und in der Luft sowie der Großteil seiner Offensivkräfte bereits weitgehend neutralisiert. Das US Zentralkommando(CENTCOM) bestätigte unterdessen, dass am Vortag im Einklang mit den präsidentiellen Direktiven zusätzliche Schläge zur Selbstverteidigung durchgeführt wurden.
Trump selbst konkretisierte das militärische Ausmaß in einem Interview mit Fox News und sprach von 49 abgefeuerten Tomahawk Marschflugkörpern. Beobachter sehen in den Entwicklungen einen tiefgreifenden Wendepunkt seit dem Waffenstillstand im April, nachdem der Iran zuvor US-Stützpunkte im Nahen Osten attackiert und eine Sperrung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus verkündet hatte.
Flankiert wird die militärische Eskalation von einer drastischen Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks durch das US Finanzministerium. Ressortchef Scott Bessent stellte auf der Plattform X klar, dass Teheran für die im Zuge des Konflikts entstandenen Schäden finanziell haftbar gemacht werde. Das iranische Regime werde sein aktuelles Nullsummenspiel verlieren, so Bessent. Er betonte, dass sämtliche Zerstörungen bei den Verbündeten in der Golfregion durch die Beschlagnahmung iranischer Kontogelder kompensiert würden.
Auch die von Teheran unter dem Vorwand der Durchfahrtskontrolle eingerichtete Behörde für die Straße von Hormus geriet ins Visier: Dort erhobene Mautgebühren sollen direkt mit eingefrorenen iranischen Vermögen verrechnet werden. Dies unterstreicht die Strategie Washingtons, neben den militärischen Operationen auch den wirtschaftlichen Hebel maximal anzusetzen.
Unterdessen untermauerten die US Streitkräfte ihre Drohungen mit der Veröffentlichung von Bildmaterial: Aufnahmen vom 10. des Monats zeigen die gezielte Versenkung eines Tankers im Golf von Oman, der trotz der bestehenden US Sanktionen versucht hatte, iranisches Rohöl zu transportieren.